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10. Dezember 2018

Hockey-WM: HONAMAS ziehen als Gruppensieger ins Viertelfinale ein

Christopher Rühr jubelt über ViertelfinaleinzugDie deutschen Herren haben im dritten und letzten Vorrundenmatch der WM in Indien am Sonntag den dritten Sieg eingefahren und damit als Gruppenerster den vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale der WM klargemacht.

Das 5:3 (3:2) gegen Malaysia war von einer überragenden Anfangsphase der HONAMAS geprägt, die verdient 3:0 in Führung lagen, ehe die Konzentration nachließ und Malaysia plötzlich an seine Chance glaubte. Zweimal kamen die Asiaten mit guten Strafecken auf ein Tor heran, ehe Timm Herzbruch kurz vor Ende mit seinem zweiten Treffer den Deckel draufmachte. Der Gegner im Viertelfinale wird erst in den Cross-Over-Matches Anfang der Woche ermittelt.

Bundestrainer Stefan Kermas: „Erst einmal ist es ein tolles Gefühl, die Gruppe als Erster beendet zu haben, direkt im Viertelfinale zu sein und dadurch in unserem Rhythmus bleiben zu können. Das Spiel selbst heute war der Inbegriff von Inkonstanz. Wir hatten tolle Phasen zu Beginn, wo wir unsere Stärken perfekt ausspielen. Dann haben wir als Team wohl zu sehr gedacht, dass es so weiterläuft. Als Malaysia sich mehr gewehrt hat, haben wir keine Antwort gehabt, unser Energielevel war deutlich schwächer. Letztlich hat uns unsere Konterstärke zu einem verdienten Sieg geführt, aber dieser war mit Schwächen garniert, die wir uns im Viertelfinale nicht erlauben dürfen. Das wird dort noch stärker bestraft.“

Christopher Rühr: „Wir sind glücklich darüber, direkt ins Viertelfinale eingezogen zu sein. Aber heute war nicht alles Gold, was glänzt. Wir waren defensiv sehr schwach strukturiert – was eigentlich unsere Stärke ist. Neun Ecken gegen uns spricht da eine klare Sprache. Aber besser in diesem Spiel als Donnerstag im Viertelfinale. Wir müssen die drei Tage Pause jetzt nutzen uns zu regenerieren und dann voll angreifen.“

Hier der detaillierte Spielbericht des DHB:
Das Spiel begann mit guter Kontrolle durch das DHB-Team. Und nach einem harten Einsteigen gegen Florian Fuchs bekam das deutsche Team schon nach 55 Sekunden die erste Ecke. Die wurde zwar verstoppt, aber dann über die Linksablage bis zu Timm Herzbruch durchgespielt, der von halblinks aus etwa sechs Metern hart und platziert zum 0:1 (2.) unter die Latte schlenzte. Fuchs hatte nach tollem Dribbling aus rechter Kreisposition die nächste gute Schusschance, doch der Keeper lenkte den Ball noch um den Pfosten. Dann war es wieder Herzbruch, der rechts durch war und eine Ablage auf den völlig freistehenden Rühr am langen Pfosten etwas zu hart und ungenau spielte (4.).
Es war eine einseitige Sache. Die Deutschen hatten keine Mühe, sich bis in den Kreis der Malaysier durchzukontakten, so dass es immer wieder brannte. In der 6. Minute die zweite Ecke, bei der die Stechervariante auf Mats Grambusch am rechten Pfosten funktionierte, nur flog der Ball knapp über die Latte. Danach ließ das DHB-Team den Gegner mal ein bisschen aufbauen, ohne jedoch hinten etwas anbrennen zu lassen. Man lauerte auf die Möglichkeit der blitzschnellen Umschaltsituationen. Doch dann passte Müller einmal nicht auf und es gab die erste Ecke für die Asiaten in der 11. Minute. Die wurde jedoch sehr weit links verzogen.
Kurz darauf Malaysia wieder unter riesigem Druck. Fuchs und Miltkau prüften Keeper Kumar Subramiam, der am Ende nur auf Kosten der dritten Ecke abwehren konnte. Tom Grambuschs Schlenzer aber wurde abgelaufen. Dennoch weiter Druck im Kreis der Malaysier, die sich nur mit viel Mühe befreien konnten. Doch nach Ballgewinn im Mittelfeld zog Christopher Rühr selbst in den Kreis, legte sich den Ball auf die Rückhand und drosch die Kugel ins linke obere Eck zum 0:2 (14.). Nur Sekunde später wurde Mats Grambusch auf dem Weg in den Kreis gefoult. Es gab Ecke und Gelbe Karte für Azuan Hasan. Die Ecke gelang nicht perfekt, war auf Fuchs zum Stecher gespielt. Doch der Druck auf das malaysische Tor blieb hoch. Es ging mit der klaren Führung in die erste Viertelpause.
Das DHB-Team im zweiten Viertel noch vier Minuten in Überzahl. Und das nutzten sie aus. Im Konter ging erneut Christopher Rühr durch – gut eingesetzt von Danny Nguyen – zog halbhoch aufs lange Eck ab, wo Marco Miltkau die Kugel volley zum 0:3 (18.) ins Tor abfälschte. Und es ging so weiter. Keeper Kumar unterband in letzter Sekunde einen Querpass von Fuchs auf Wellen, der am langen Pfosten völlig freistand (21.). Ein Stockfoul von Tom Grambusch vorm Kreis brachte dann die zweite Ecke für Malaysia und Grün für den Kölner (23.). Die wurde gut abgefangen und Fuchs hatte im Konter die nächste Großchance, wurde aber im Kreis getackelt, was nicht geahndet wurde.
Ein wilder Flankenball von links brachte dann unglücklich die dritte Ecke für den Gegner (26.). Die lief Häner auf Kosten einer weiteren ab, welche ebenfalls abgelaufen wurde, doch der Abpraller lag dann perfekt für Razie Rahim, der über Walter zum 1:3 einschrubbte. Die Deutschen schienen dadurch nicht beeinträchtigt, gingen sofort wieder in die Offensive. Doch die Konzentration war nicht mehr ganz oben. Im Konter holte Malaysia die fünfte Ecke (28.), die mit einer tollen Stechervariante von Nabil Noor zum 2:3 genutzt wurde. Es wurden noch zwei wilde Minuten bis zur Pause, die Bundestrainer Stefan Kermas nicht gefallen konnten.

Es waren zwei völlig unnötige Tore in der Schlussphase der ersten Hälfte, die mangelnder Konzentration geschuldet waren. Das DHB-Team musste wieder zu seiner Struktur finden, mit der Malaysia über 25 Minuten überhaupt nicht zurechtgekommen war. Und die HONAMAS waren sichtlich bemüht, hatten jetzt wieder viel Ballbesitz. Es gab dann Grün gegen Rühr (35.), so dass Malaysia zwei Minuten Überzahl hatte. Die überstand man perfekt. Und im nächsten Konter war es Wellen, der zum vermeintlichen 2:4 traf, was aber per Videobeweis keine Anerkennung fand, weil Wellen den Ball mit der runden Seite traf (38.).
Doch das Tor fiel nur einen Angriff später, als Wellen halbhoch in die Mitte schlug und Marco Miltkau die Kugel vor der Brust volley ins Tor blockte – ein grandioser Treffer (39.)! Eine Minute später hätte Timm Herzbruch im nächsten Traumkonter fast das 2:5 erzielt, als er mit schneller Bewegung am Keeper vorbeiging und nur den Außenpfosten traf. Die HONAMAS jetzt aber wieder voll in ihrem Spiel, kontrollierten das Geschehen, auch wenn Malaysia den hohen Respekt des ersten Viertels längst abgelegt hatte. Doch es gab Ecke für Malaysia in der 42. Minute, gegen die Müller vergeblich den Videobeweis wegen Stockfouls nahm. Die Deutschen verloren dadurch die Anrufungsmöglichkeit und kassierten das 3:4, weil Razie Rahim platziert halbhoch ins linke Eck traf.
Malaysia machte es jetzt richtig gut, holte sich 50 Sekunden vor der letzten Viertelpause die nächste Ecke, die Häner aber stark ablief. So ging es mit der knappen 4:3-Führung des DHB-Teams ins letzte Viertel. Das begannen die Deutschen mit Ballbesitz und Kontrolle. Wellen zog dann die fünfte Ecke fürs DHB-Team in der 49. Minute, die misslang als Ablage-Variante. Aber die HONAMAS blieben dran. Wellen holte die nächste Ecke (50.), der eine weitere folgte, doch auch die brachte keinen Erfolg, weil Lukas Windfeder den Schlenzer doch recht weit rechts verzog.
Das DHB-Team jetzt wieder klar mit Kontrolle, Malaysia kaum noch in der Lage rauszuspielen. Die Asiaten brauchten noch ein Tor, um eine Chance zu haben, im Turnier zu bleiben, kassierten dann auch noch Grün fünf Minuten vor Ende gegen Jalil. Und dann nach Foul an Rühr auch noch Gelb gegen Marhan. Die Deutschen nun bis zum Ende in Überzahl und das hätte fast das fünfte Tor gebracht, als ein Malaysier auf der Linie gegen Fuchs rettete.
Nguyen holte dann die achte Ecke, der die neunte folgte. Gegen die nahm Malaysia den Videobeweis wegen gefährlich hohen Schusses. Die Asiaten bekamen Recht. Malaysia presste mit Mut gegen die Überzahl und bekam eine Ecke nach Foulspiel von Mathias Müller (59.). Doch die wurde stark abgewehrt. Den Eckenkonter spielte das DHB-Team perfekt aus, bis Wellen den Ball auf Timm Herzbruch schrubbte, der direkt vorm Keeper per Stecher zum 3:5 (59.) traf. Nguyen hatte in der Schlusssekunde sogar noch die Chance auf das 3:6, scheiterte aber an Kumar.

Quelle: Deutscher Hockeybund / Bild: Picture Alliance

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